
Dass ein Fahrrad passen muss, haben wir längst begriffen. Aber dem Thema Vorbau haben wir bisher keinen gebührenden Platz eingeräumt, denn gerade seine Abmessungen tragen erheblich zur Lenksicherheit und Fahrkomfort bei ( s.Foto eines Schaftvorbaus). Abgesehen davon, dass es bei einfachen Fahrrädern, vornehmlich Kinderrädern, noch immer den Lenker mit fest verschweisstem Schaftvorbau gibt, teilen sich die Vorbauten in zwei Bauformen: 1. Schaftvorbau mit Klemmkonus für Gabelrohr-Innenklemmung und 2. Klemmvorbau für Gabelrohr-Aussenklemmung. Für erstere Version kennt man allgemein die Masse 21, 22,2 und 25,4 mm Schaftdurchmesser.
Bei der zweiten Version findet man die Klemmeninnenmasse 25,4, 28,6 und 35,8 mm. Besonders servicefreundlich sind Vorbauten, wenn sie ein geteiltes Auge zur Lenkeraufnahme besitzen, denn dann lässt sich im Bedarfsfalle der Lenker rasch abnehmen, ohne zuvor die Armaturen zu demontieren. Ausschlaggebend sind beim Vorbau der Winkel und die Länge des nach vorn gestellten Hebelarms. Allgemein sollte beachtet werden: wer sportlich unterwegs sein will und obendrein lange Arme besitzt, sollte den 0-Grad-Vorbau mit mindestens 115 mm Ausladung aufstecken. Wer es gern bequem hat, der wählt den 60-Grad-Vorbau mit 80 mm Ausladung.
Wer es ganz genau nehmen möchte, der vertraue sich dem Fachmann an. Am besten sucht man den Rat und Erfahrung eines alt eingesessenen kleinen Fachbetriebes, wo selbst immerwährend Rad gefahren wird. Wer im oberen Elbtal zu Hause ist, darf sich getrost an den kleinen Fahrradladen in Pirna wenden. Dort ist individuelle Bedienung noch Ehrensache.
Text: Wolfgang Bieberstein