Fahrradhaus

Normalradfahrer sind temperatursensibel

Das Jahr hat maximal 120 fahrradfreundliche Tage

 

Abgesehen von den hartgesottenen Allwetterfahrern sind die Allermeisten doch eher „Schönwetter“ – oder zumindest „Angenehmtemperatur“ - Fahrer( innen). Die Frage ist, ab wann fährt man schon gern und ab wann lieber nicht mehr ? Die Antwort gibt das praktische Fahrradleben.

Es bedarf nur einer Beobachtung an einem deutschen Radweg an einem typischen Saisontag. Erst bei Temperaturen ab 11 oder 12 Grad über Null beginnen sich die Radwege zu füllen, d.h. der Normalradler holt seinen Drahtesel ans Tageslicht. Klettert die Säule auf über 25 bis 26 Grad, dann ist es nicht mehr weit her mit dem Fahrradenthusiasmus.

Mithin bewegen sich Normalradler lediglich in einem Temperatursegment von 15 Grad!
Bedenkt man nun noch die allgemeine klimatische Entwicklung besonders in Süddeutschland, wo auch noch mit unangenehmen Steigungen zu rechnen ist, dann rangiert immer öfter der Freibadbesuch vor der Fahrradtour. Schaut man nun auf die Jahrestabelle der Temperaturwerte, dann ergeben sich tatsächlich maximal 120 fahrradgeeignete Tage im Jahr.

Hiervon sind Regentage noch abzuziehen. Treffen dann noch die möglichen Fahrtage ungünstig auf den persönlichen Terminkalender, dann fallen schon mal mindestens die Hälfte der möglichen Fahrtage weg.

Ist nun noch Familien- Berufs- oder Vereinsplanung hinzuzuziehen, dann bleiben schon mal nur noch 20 oder 25 Tage übrig, an denen das Rad zur primären Tagesbeschäftigung werden kann. Bei Personen, die grundsätzlich zum Radfahren animiert werden müssen, bleibt es häufig bei vielleicht 3 bis 5 Ausflügen im Jahr.
Wir sehen, selbst für aktive und positiv eingestellte Fahrradfreunde bleibt nur ein begrenztes Zeitfenster, auf angenehme Weise Rad zu fahren. Diese Praxiserfahrung ist auch für Verleihdienste interessant.

Es ist in letzter Zeit deutlich zu merken, daß einer punktuell intensiven Inanspruchnahme häufiger und länger werdende Stillstandszeiten der Verleihflotte gegenüber stehen.

 

Text: Wolfgang Bieberstein