Fahrradhaus

Tandemfahren kann Spass machen

- will aber gelernt sein

 

Fast jeder Radfahrer(in) ist schon mal auf die Idee gekommen, auf ein Tandem zu steigen.

Aber nur wenige haben dann ihren Wunsch in die Tat umgesetzt. Das hängt dann natürlich wieder von vielen Umständen ab, denn ein Tandem will beherrscht sein, damit es auch zum gewünschten Fahrspass kommt.

Abgesehen davon, dass solch ein Fahrzeug eine Länge von bis zu 2,50 Metern erreicht und in engen Abstellräumen kaum bugsiert werden kann, müssen die beiden Fahrwilligen entscheiden, wer steuert und wer steigt auf den Sozius?

Bei Ehepaaren wird meist die klassische Rollenverteilung auf das Tandem übertragen und der Mann sitzt vorn. Auf dem Sozius verhält sich dann die Frau, wie im normalen Leben.

Ist sie eher die ängstliche und vorsichtige Partnerin, dann gewinnt sie dem Ganzen nur wenig Freude ab, denn sie ist ganz und gar darauf bedacht, dass ja nichts passiert. Solche Partnerinnen verkrampfen sich am Lenker und in der Rechtskurve beugen sie sich nach links, um nicht umzukippen.

Die Folgen sind fatal und der Krach ist vorprogrammiert. Anders die impulsiv, forschen Zeitgenossinnen, sie warten geradezu darauf, von hinten richtig Druck zu machen und legen sich mit dem Steuermann gemeinsam in die Kurve.

Die Tandemfahrt kann dann bei einiger Übung nicht nur Spass machen, sondern fast schon zur Sucht werden – wie im richtigen Leben.

 

 

Text: Wolfgang Bieberstein