
Wer auf Radfahren im Winter angewiesen ist, muss das Wetter nehmen, wie es kommt. Da gibt es Regeln um die Nullgrad-Grenze und Tipps für die Kälte und den Schnee.
Doch der grösste Feind des winterlichen Radfahrens ist das Streusalz. Wenn dieses, viel zu unrecht als Allheilmittel tonnenweise auf die Straßen gekippte Salz sein Vernichtungswerk beginnt, dann ist das Fahrrad mit seiner sensibel frei liegenden Technik, eines seiner ersten Opfer.
Da Wintereinsatzkräfte zumeist den Einsatzbefehl höher bewerten als das solide Schulwissen der Chemie und Physik kommt es bei Minus Zehn Grad zur Dauerschmiere auf der Fahrbahn. Das Salz soll gegen die Vernunft und besseres Wissen das Unmögliche vollbringen, abzustumpfen.
Das kann es nicht sondern der plastisch gehaltene Schneebrei wird auf dem Untergrund nur hin und her geschoben. Das Fahrrad lässt sich dann faktisch nicht mehr sicher führen. Wenngleich Artisten dies noch kompensieren könnten, kann das Fahrrad materialseitig dies nicht mehr.
Das Salz greift alle Teile, nicht nur Stahl und Alu, sondern auch die Reifen an. Über kleinste Risse und Oberflächenverletzungen dringt das Salz überall hin. Eine Kette, die unter diesen Umständen arbeiten muss, kann durch Öl und Fett nicht geschützt werden.
Nirgends mehr als im Winter beim Fahren auf gesalzten Strassen erleidet das Fahrrad seinen höchsten Verschleiss. Nicht nur optisch verliert das Rad nach einem „Salzwinter“. Der Verschleiß liegt etwa beim fünffachen der Normalbedingungen.
Einer wird sich aber im Frühjahr freuen. Es ist der Fahrradhändler um die Ecke. Er kann liefern der Teile viele, Ketten, Reifen und Ventile.
Text: Wolfgang Bieberstein