
Medien und falscher Ehrgeiz haben dafür gesorgt, dass Fahrradfahrer, nicht zuletzt durch die übermässige Zunahme an Gangstufen, alles daran setzen, auch noch so steile Anstiege hinauf zu fahren. Dabei wird nicht selten aus dem Sattel gegangen, um mittels auf das Pedal gestellter Schwerkraft die Traktion der Kette zu steigern.
Wenig trainierte Fahrer erreichen dann bei einem 12 Prozent-Anstieg eine Fahrgeschwindigkeit zwischen 8 und 10 Km/h, mithin der gerade noch doppelten Fußgeschwindigkeit. Betrachtet man nun beispielsweise eine Steigung von 500 Metern Länge, so wird sie im Beispielfall fahrend in etwa 2,5 Minuten absolviert und fußläufig in 5 Minuten.
Abgesehen davon, dass die gewonnenen 2,5 Minuten für einen Tagesradler, der 5 bis 7 Stunden unterwegs ist, gerade zu ein lächerlicher Zeitgewinn ist, kostet die „coole Nummer“ das Fahrrad einen extrem erhöhten Verschleiß der Kette und Zahnflanken. Hinzu kommt die krampffördernde Überbelastung der Beinmuskulatur.
Fazit: Wenn es das Alter des Radfahrers( in) zulässt oder Niemandem etwas bewiesen werden muss, dann lieber öfter mal absteigen. Das Tagesziel wird dann durchaus noch besser erreicht, als mit zu viel und falschem Ehrgeiz.
Text: Wolfgang Bieberstein