
Es ist inzwischen gang und gäbe, dass man deutsche Flusstäler mit dem Fahrrad abwärts radelt und dabei die wechselnde Landschaft an sich vorüber gleiten lässt. Im Allgemeinen sind dafür die Radwege flussnah ausgebaut. Allerdings so, wie allseits gelobt an der Elbe, geht es bei weniger bedeutsamen Routen nicht so komfortabel zu. Das Pultschollengebirge, welches man das Erzgebirge nennt, entwässert von Süd nach Nord vor allem über die westliche Zwickauer - und östliche Freiberger Mulde. Ab dem Zusammenfluss nahe der Stadt Grimma, bekannt geworden durch das verheerende Hochwasser 2002, sucht sich die Mulde in weiten Schwüngen ihr Ziel in der fernen Elbe.
Während der Radweg an der Freiberger Mulde recht gut und durchgängig auch für weniger geübte Radfahrer geeignet ist, wird hier ausdrücklich darauf verwiesen, dass der Streckenabschnitt der Zwickauer Mulde von Aue bis Zwickau teilweise ordentlich beschwerlich ist. Beginnt man in Aue die Fahrt, dann sollte bis Burg Stein (1) bei Hartenstein eher die Fahrstraße als der Radweg genutzt werden. Durch Renaturierungsmassnahmen der Wismut AG sind ganze Bereiche stark verändert worden. Um so bemerkenswerter ist die zu beobachtende Nachlässigkeit bei der Vermarktung bedeutsamer Kleinodien der Landesgeschichte. Die sogenannte „Prinzenhöhle“(2) versteckt sich am rechten Prallhang in etwa 80 Meter Höhe über der Talsohle. Die Weiterfahrt empfiehlt sich nun über Hartenstein nach Wildenfels. Das dortige Schloss(3) zeigt sich als prächtige Anlage der Renaissancezeit hoch über dem Fluss. Der letzte Abschnitt von Wiesenburg bis Zwickau führt bei zunehmendem Strassenverkehr unter der Autobahn A72 hindurch und bald ist auch das Tagesziel Zwickau mit seiner ehrwürdigen Hallenkirche (4) erreicht.
Text: Wolfgang Bieberstein - Fotos: Christoph Bieberstein
Blick auf die Mulde
Die Mulde