
Radfahren in Gruppe kann gefährlich sein, wenn bestimmte Grundsätze nicht eingehalten werden. Es ist nachgewiesen, dass beim Radfahren in Gruppe nicht nur überdurchschnittlich viele, sondern auch schwere Unfälle vorkommen. Ursache ist in der Regel das zu dichte Auffahren und spontane Richtungsänderungen. Am dramatischsten ist der individuell scharfe Stopp ohne Ankündigung. Kommen Übermut und Alkoholisierung hinzu, ist der nächste Unfall schon vorprogrammiert.
Die Fahrradgruppe beginnt schon bei 2 Fahrradfahrern mit gleichem Ziel. Hier braucht es vor allem eine gute Harmonie und Verantwortungsbewusstsein hinsichtlich Körperkraft, Temperament und Ausdauer. In der Zweiergruppe fährt grundsätzlich der Erfahrenere vorn. Er gibt dem Nachfahrer Windschatten, weist auf Gefahren und legt Pausen fest. Der Nachfahrer kann bei guter Übereinstimmung bis zu 30 cm heranfahren, muss aber im Versatz von 20 bis 30 cm bleiben, um ggf. noch ausweichen zu können.
In größeren Gruppen fährt der Erfahrene als Schlussmann und gibt von hinten Anweisungen, die unbedingt befolgt werden müssen. Achtung: Besonders gefährlich sind Gegenverkehr auf Radwegen und plötzlich auftauchende Poller, die nur der erste sieht ...
Also, wer in Gruppe Rad fährt, fährt grundsätzlich gefährlicher als allein.
Text: Wolfgang Bieberstein