
Unentwegte aber auch solche, die keine andere Wahl haben, steigen
auch noch bei Minus 15 Grad auf ihren fahrbaren Untersatz und
wundern sich, dass es nicht so flott vorwärts geht, wie zu normalen
Zeiten.
Abgesehen davon, dass der Organismus ohnehin mehr Energie verbraucht, als bei warmem Wetter, ist unbedingt auch ein Blick auf den Kettenantrieb zu werfen.
Wenn die Kette schon lange in Betrieb ist und dadurch ihren Gliedabstand schon längst überschritten hat, dann ist das all zu viele Öl, welches oft mehr drauf geschüttet als vorsichtig aufgetragen wurde, die Hauptursache für das merklich schlechte Vorankommen.
Viele billige Kettenöle verharzen und verkleben schon bei geringen Minusgraden und sorgen damit für eine deutliche Zunahme der Eigenreibung durch Zähigkeit. Man stelle sich nur vor, bei jeder Bewegung über die Leitrolle des Schaltwerks müssen die Laschen der Kette die Zähigkeit durch klebrig gewordenes Öl überwinden. Das kostet Kraft! Mindestens 10 % Verlust sind dann einzuplanen.
So paradox es klingen mag, eine „ zwitschernde“, etwas angetrocknete, aber saubere Kette läuft bei strengem Frost deutlich leichter. Also, wenn die Quecksilbersäule absackt, Finger weg vom Ölschwall.
Text: Wolfgang Bieberstein