Fahrradhaus

Die kleine Reparaturwerkstatt

Der Ratschlag des Herrn Smolik

 

Lange ist es her, da hat der Guru der Fahrradwerkstätten, Herr Smolik, die Branche mit klugen Ratschlägen traktiert. Nun, er hatte recht. Es braucht nicht all zu viel in der kleinen Fahrradwerkstatt, aber es braucht Ordnung!

Abgesehen von aufwändigen Fahrgestell- und Naben-Reparaturen oder Umbauten, lässt sich ein Durchschnittsfahrrad mit einem überschaubaren Satz an Spezialwerkzeugen bearbeiten. Wichtig ist vor allem, dass eine gute Berufsroutine, sowie das richtige und auch qualitätsvolle Werkzeug zur Anwendung kommt.

Es nützt nichts, schon gar nicht in der kleinen Fahrradwerkstatt, mit grobem Keil auf groben Klotz zu schlagen. Vielmehr ist Fingerfertigkeit gefragt. Nicht umsonst ist die Fahrradtechnik ein Teilgebiet der Feinmechanik und steht der Nähmaschine recht nahe.

Um Arbeiten zu können braucht es auf jeden Fall eine solide Werkbank, Schraubstock, Bohrmaschine, je ein Satz an Schraubendrehern, Maulschlüsseln, Ringschlüsseln, Inbusschlüsseln, Zangen, Bohrern. Hinzu kommen Luftkompressor, Montierhebel, Schleifmittel, Trennmittel , Gleitmittel und Fette. Ein Montageständer ist ausreichend, wobei mancher noch gern an der Kette arbeitet.

Zusammen mit den wichtigsten Ersatzteilen und einer kleinen Büroeinheit ist die kleine Reparaturwerkstatt komplett. Hierfür kann der kleine Fahrradladen in Pirnas Altstadt ein Beispiel abgeben. Ausser der bereits erwähnten Berufserfahrung braucht der Start einer derartigen Einrichtung ohne Raumlogistik etwa 3 000 Euro an Ausstattung und 2 000 Euro an Hauptersatzteilstock. Wer also Können besitzt, den richtigen Standort wählt, über einen geeigneten Raum günstig verfügt und 5 000 Euro in die Hand nimmt, kann zumindest erst einmal vorsichtig anfangen, eine kleine Fahrradwerkstatt zu präsentieren.

Text: Wolfgang Bieberstein