
Wer wäre nicht gern ein Hochradfahrer? Über die Köpfe der Mitmenschen einfach hinweg gleiten und in der Grazie geruhsamer Bewegung Eins werden mit der menschlichsten Maschine- dem Fahrrad. Wenn gleich etwas Mut dazu gehört, solch ein Velociped zu besteigen, braucht es vor Allem aber Klarheit im Kopf, Klarheit darüber, wie solch ein Fahrrad eigentlich technisch-kinetisch funktioniert.
Und so funktioniert es: Das übergrosse Laufrad, welches über eine Rahmenstange am hinteren, unteren Ende ein kleines Stützrad besitzt, wird direkt in starrer Verbindung per Kurbeltrieb in Bewegung gesetzt. Am Rahmenrohr sind ein Trittsporn in mäßiger Höhe und ein Sattel im oberen Bereich befestigt. Das grosse Laufrad wird mit einer Gabel im Steuerrohr des Tragerahmens gehalten und über einen Lenker gesteuert. Das Losfahren geschieht ähnlich dem beim Rollerfahren. Beide Hände greifen hinauf zum Lenker, der linke Fuss tritt auf den Sporn und das rechte Bein stippt den Körper voran. Nach 3 bis 4 Abstössen drückt sich der Fahrer über das linke Kniegelenk nach oben und gleitet dabei sofort auf den Sattel. Achtung: Erst sind noch die Füsse frei nach Aussen zu halten! Die geringe Kurbelbwegung ermöglicht nun das Nachsetzen der Füsse, welche auch sofort, bevor das große Laufrad zum Stillstand kommt, mit kräftigem Druck in Bewegung zu halten sind.
Das Anhalten geschieht in gegenläufiger Bewegung. Zuerst müssen die
Füsse solange gegen die Pedalbewegung drücken, bis das Laufrad fast
zu stehen gekommen ist. Dann muss sehr schnell und zielsicher der
linke Fuss am Rahmenrohr hinabgleiten und sich auf den Sporn
stützen. In sofortiger Reihenfolge gleitet der Fahrer vom Sattel
nach hinten unten und streckt dabei das rechte Bein aus, welches
sogleich Bodenkontakt erfährt und den Fahrer samt Rad durch die
geringe restliche kinetische Energie zum Halt bringt.
Text: Wolfgang Bieberstein
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Die Hochrad-Pedale