Fahrradhaus

Fahrradpflege

Pflege ist das halbe Leben

 

Die Zeiten, da man sich darauf freute, endlich wieder das Fahrrad putzen zu dürfen, scheinen endgültig vorbei zu sein. Die Freude, sich nach zwei Stunden Fahrradpflege am Sonnabend Nachmittag stolz im Wohngebiet zu zeigen, gehört einer Kinderwelt an, die längst verstrichen ist. Heute muss alles funktionieren. Geht auch nur irgend etwas am neuen Fahrrad nicht mehr, dann werden als erstes die Gewährleistungsbestimmungen studiert, während der Dreck nach einer Schlammfahrt langsam vom Rahmen bröckelt. Dass zwischen Bremssockel und Felge herber Schmutz das Bremssystem in Mitleidenschaft zieht, wird bestenfalls mit: “Wär’s doch keine Bremse geworden“ kommentiert. Natürlich gibt es auch die anderen Radfahrer noch, die wissen, nach einem nassen und salzreichen Winter auf deutschen Straßen und Wegen haben die Teile und das Fahrgestell des Fahrrades eine dringende Pflege nötig. Deshalb sollte vor dem scharfen Start in die neue Saison folgende Mindest-Pflege angesagt sein:

1. Gründliche Reinigung mit Bürste, Pinsel und Lappen. Hierbei sollte der Lappen in Längsrichtung gewickelt werden, um ihn dann wie einen Schal durch die Engstellen am Rad zu ziehen ( zweihändig !).

2. Mäßiges Einsprühen des gesamten Rades mit Pflegeöl.

3. Abwischen des überschüssigen Ölfilms

4. Kette mit Spezialkettenreiniger ( mittels alter Zahnbürste) reinigen

5. Kette mit Kettenfett oder Tropföl nicht zu dick bestreichen .

6. Seilzugübergänge und Gleitflächen sanft fetten

Für die Antriebskette gilt ein weiser Spruch: „ Eine Kette ist so fettig, wie nötig und so trocken, wie möglich“. Daraus ergibt sich, wer seine Kette mit Öl „versifft“, der zieht den Fahrbahnschmutz in Massen an und zerstört Kette und Ritzel in kurzer Zeit.

Text: Wolfgang Bieberstein