
Kaum ein wichtigeres Thema rund um das Fahrrad ist die Frage des Gewichts. Jeder hofft und wünscht, ein leichtes Fahrrad sein Eigen zu nennen. Man denkt an so manche Steigung und glaubt, der Berg wäre mit einem leichten Fahrrad auch leicht zu absolvieren. So weit, so gut.
Was völlig außer Acht bleibt, ist das Fahrer(in)-Körpergewicht. Bedenkt man, daß ein Rennrad ohne allen Bequemlichkeits-Komfort-Schnick-Schnack so um die 10 kg auf die Wage bringt, dann ist das Gesamtgewicht, welches ein 82 kg-Fahrer gegen die Hangabtriebskräfte nach oben zu hieven muß : 92 kg. Steigt der gleiche Fahrer nun auf ein
modernes Vollkomfort- Fahrrad mit allem Drum und Dran ( kein E-Bike!), dann wiegt das Rad rund 18 kg. Somit sind dann insgesamt 100 kg den Berg hinauf zu transportieren. Der Gewichtsunterschied zwischen dem ganz leichten Rennrad und dem normal schweren Fahrrad sind dann ganze 8 kg, also 8 Prozent der Gesamttransportleistung, welche eingespart werden kann, wohlgemerkt mit einer Rennmaschine!
Der normale Radfahrer benutzt aber das herkömmliche, normal ausgestattete Fahrrad im Straßenverkehr. Dort liegen die sehr hochwertigen Modelle, nicht unter 1 500 Euro zu haben, bei etwa 14 kg. Die nun noch für o.g. Fallbeispiel verbleibenden 4 kg Gesamtgewichtsunterschied machen gerade noch 4 Prozent aus, also fast nichts mehr. Fazit: wer glaubt, mit einem leichten Fahrrad besser über die unangenehmen Hügel zu kommen, sollte vorher auch einmal auf die Körperwaage steigen.
Sieben oder acht Pfund Körpergewichtsreduzierung bringen in besagtem Falle etwa das gleiche Ergebnis und kosten nur Überwindung.
Text: Wolfgang Bieberstein