
Der Begriff des Drahtesels ist weit hin bekannt und gebräuchlich.
Allerdings werden Kenner der Szene feststellen, dass die Bezeichnung Drahtesel fast ausschliesslich von Personen gebraucht wird, die von Aussen auf die Fahrradszene schauen, also eher von Leuten, die selbst kaum oder gar nicht gern Rad fahren.
Welcher Radfahrer würde sein geliebtes Fahrrad, wenn er zu Freunden darüber spricht, es einen Drahtesel nennen? Die Herkunft des Wortes zielt eher auf jene Zeit der Fahrradentwicklung, als der Mensch daran ging, ausser sich selbst auch noch diverses Gepäck mitzunehmen.
Das führte anfänglich zu oft recht merkwürdigen Bauformen des Fahrrades und die Leute verglichen es mit dem Beladen eines Eseltiers. Die Zumutung von so viel Gewicht für ein Fahrgestell, einst aus Eisen und Blech, also Draht, verbindet man bis heute mit einem Drahtesel und die Menschen, welche solch ein Wunderding benutzen ordnet man dann gleich dort mit ein.
Schlussendlich müsste diese Bezeichnung von jedem modernen und aktiven Fahrradfahrer als beleidigend abgelehnt werden.
Text: Wolfgang Bieberstein