Fahrradhaus

Ein Cityrad braucht keine Federgabel

 

Der Hauptgrund, welcher uns die Entscheidung für ein Cityrad treffen lässt, ist die angenehme Sitzposition.

Mit nahezu senkrechter Aufrichtung des Oberkörpers lässt sich der Kopf frei bewegen und der gewünschte Überblick erzielen, welchen man benötigt, wenn man im dichten Stadtverkehr unterwegs ist. Der entspannte Blick in Schaufenster und Auslagen, macht hie und da einen schnellen Zwischenstopp möglich.

Da bei solcher Sitzposition vor allem das Gesäss Arbeit leisten muss, kommen bequeme und breite Sättel zum Einsatz. Was völlig ausser Acht bleibt ist, dass kaum Körpergewicht über die Arme und Lenker auf das Vorderrad gelenkt wird.

Eine dort eingebaute Federgabel kann gar nicht in den Arbeitsbereich gelangen, da schlicht weg die Lastauflagen zu gering sind. Selbst wenn ein Schlagloch genommen wird, springt die Gabel eher wieder zurück, als dass sie eine gedämpfte Einfederung vollzieht.

Da bei eher einfachen Cityrädern auch recht einfache und damit sehr gewichtige Federgabeln eingebaut werden, erreichen derartige Fahrräder im Frontbereich ein sehr hohes Gewicht. Ein leichtes über die Schwelle heben, gar mit gefülltem Einkaufskorb, ist nur mit Anstrengung möglich.

Deshalb sollte ein vernünftiges Cityrad dem Modetrend abschwören und mit einer klassischen Sportgabel vorlieb nehmen. Leichtes Lenken und ein gutes Kurvenverhalten lohnen den Verzicht.

 

 

Text: Wolfgang Bieberstein